LICHT UND SCHATTEN
Event
 
Licht und Schatten ist Teil des landesweiten Kunstevents, "Die Kunst von Kunst zu leben – ein Professionalisierungsprojekt für Künstlerinnen in Mecklenburg-Vorpommern". Weiterführende Informationen sind zu finden unter: http://www.kuenstlerinnen-mv.de


Bilder der Künstlerischen Präsentation vom 8. September 2007 im Neustrelitzer Theater.
   
 
Ulrike Rösner, Auge auf
Annette Wurbs, Ulrike Rösner, Spiel um Flut und Licht
 
 
Wiebke Steinmetz, Schiffe II und III; Sabine Kalicki, Schattenworte    
 
 
Wiebke Steinmetz, Kaffeetafel; Ines Diederich, Signet in Ton   Ines Diederich, Es werde
 
 
  Ines Diederich, Funkenflüge Feuerkunst  
 
Streiflichter ins Dunkel oder
Nähere Beleuchtung einer Ausstellung


I
Nichts ist wie es scheint

Bei Licht besehen, kann ein Gegenstand eine ganz andere Ordnung bekommen als er vorgibt.
Drei Segelschiffe, drei beinahe identische Schatten – jedoch lässt sich von ihnen nicht auf die Objekte schließen, die diese Schatten werfen. Eines scheint mit seinen Formen direkt aus der Werkstatt der Konstruktivisten zu stammen, ein anderes wirkt wie das rohe Modell planlos hin gewürfelter Hochhäuser mit überdimensionierten Strommasten, das dritte gar gibt die Szene einer Ausflugsgesellschaft wieder. Würden sich die Figuren jener Gruppe jedoch tatsächlich in Bewegung setzen, gäbe es das Schiff nicht, auf das sie hinzusteuern scheinen. Das Spiel mit dem Schatten als Bild wird zum künstlerisch gestalteten Paradoxon.
Wo Tassen und Teller durch die Luft segeln, Stühle und Tisch einander fremd sind und zwei Frauen an Gullivers Reisen erinnern, entsteht durch den Einsatz des Lichtes die schöne Harmonie einer sonntäglichen Kaffeetafel. Im scheinbaren Chaos entdeckt sich die verborgene Ordnung.

II
Am Lichtsaum beginnt die Schattenhaft

Fotografieren heißt, mit Licht zu zeichnen. Dieses Mittel wird genutzt für eine Auseinandersetzung mit den „Schatten der Vergangenheit“, die bis in die Gegenwart wirken.
Fotos von unmittelbaren Eindrücken bei Besuchen der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, hinterlegt mit Zeitzeugnissen aus dem Archiv, verbinden in einem siebenteiligen Zyklus künstlerische und politische Aussage.
Das auf Folie gedruckte digital bearbeitete Bildmaterial in Schwarz-Weiß, unter Plexiglasscheiben im Format 70x80cm gebracht, fordert die lichtgebundene Präsentation.

III
Der Funke fliegt – ein Licht geht auf

Aus Lichtleitern sprühen Funken, gebettet in eine dunkle Woge, und erinnern an den Moment der Schöpfung.
Die Hand ertastet Scherben von Glas. Das Auge „speist“ von dem eisklaren Licht, gefüllt in Schalen aus gebrannter Erde. Licht ist Nahrung.
Insgesamt sechs Raumobjekte geben auf verschiedene Weise dem Leuchten eine Form. Auch mit Funkenflug und Flammen wird das möglich: Ein Feuerkreis aus Ästen, Zweigen und Naturmaterialien zeichnet magische Linien ins Dunkle. Licht nährt sich, indem es verbrennt.

IV
Das Licht im Koffer nach Hause tragen

Neun Zeichnungen auf EDV-Lochkarten im Format 18x7cm aus einem Zyklus, der am Küchentisch entstehen muss.
Im Mittelpunkt steht die menschliche Figur. Sie offenbart Licht und Schatten als Wesenhaftes des Menschen. Das Ambivalente der Seele spiegelt sich in den Körperhaltungen wider.
Die da zeichnet, will den Schatten von Haus und Hof mittragen oder ihn befreien, indem sie sich selbst, und sei es auch für jeweils fünf Minuten, das Licht der Kunst erhält.

V
lichtecht und schattenreich

Die Auseinandersetzung mit poetischen Texten zum Thema sucht bildnerische und kalligrafische Entsprechungen.
Licht- und Schattenwörter stehen als Bildinformation geschrieben auf Reispapier, das im asiatischen Raum Verwendung in der Wohnkultur findet.
Das Modell eines Mobiles macht durch die Bewegung im Licht Überlagerungen und Verschiebungen eines in verschiedenen Varianten ausgeschnittenen kalligrafischen Schriftbildes sichtbar. Schattenwürfe sollen auch räumlich erfahrbar sein.

VI
Spiel um Flut und Licht

Ein grönländischer Mythos wird frei erzählt. Der Star in dem kleinen Theaterstück ist das Licht. Das Experiment mit verschiedenen Lichtquellen zeigt erstaunliche dramatische Wirkungen.
In einem Vorspiel werden Sprichwörter und Redensarten zum Thema „Schatten“ verschmolzen zu einer absurden Ansprache an das Publikum.
Beim Nachspiel auf dem Theater können sich die Zuschauer selbst auf „Schattensuche“ begeben, indem sie entdecken, wie Wesen aus Plasteresten ihre bezaubernde Schönheit entwickeln, wenn man sie nur mit dem rechten Licht betrachtet.

VII
Augen auf!

Ein Auge blickt aus dem Granit: Die Sehfähigkeit ist die Grundvoraussetzung zur Wahrnehmung des Lichts.
In einem Kreis aus Steinen wechseln hell und dunkel, einheimischer Granit und italienischer Flussmarmor. Auf ihnen werden Symbole sichtbar, die Lichtes und Schattenhaftes aus dem Reichtum der Mythen schöpfen. Quellen sind z. B. die Astrologie, die Maya-Schrift, der Dionysos-Kult. Der Widder, die Sonne, der Mond erscheinen in Gestalten, die eigentlich nur noch aus Büchern bekannt sind.

VIII
Licht ist wie es scheint

Wann ist Licht? Genauer gesagt: Wann kommt das Leuchten aus einem selbst? Wann ist die ganze Welt in Licht getaucht und der Schatten nur ein Teil dieses Lichtes?
Zwei Gedichte über die Liebe mit zwei einander widersprechenden Anfängen.
Die akribisch geschnittenen weißen Papierbuchstaben werden auf der Leinwand erst durch Beleuchtung wirklich lesbar – sie scheinen in einem warmen Goldton auf.

 
   


Wir danken folgenden Personen, Unternehmen und Institutionen für die freundliche Unterstützung:

Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg, Neustrelitz
Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Rosa Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern
Loretta Walz Videoproduktion
Baltinger Multimedia Produktion
Elektrohaus Schipner Feldberg
Service- und Beschäftigungsgesellschaft Woldegk mbH
Innovative Personal- und Strukturentwicklungsgesellschaft mbH Neustrelitz
Herrn Adalbert Kieper, Sandgrube Mildenitz